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Fast Casual Food established 2003

So muss es in einem DELI schmecken

Besser geht nicht. In längst nicht allen indischen Restaurants schmeckt Curry so gut wie hier: neuDELI in der Wipplingerstraße im Zentrum von Wien.

Man hat es verdammt schwer, wenn man in Wien Curry essen gehen will. Nicht, dass es nicht genug indische Restaurants gebe. Im Gegenteil. An jeder Ecke Wien´s, von Simmering bis Hietzing, kann man Papadam, Tandoorichicken und Curry essen und sich dabei fragen, was einen am meisten stört: die penetranten Dämpfe aus der Küche, der Rauch der Räucherstäbchen, der Anblick von indischem oder vermeintlich indischem Kitsch und Krimskrams oder der Einheitsgeschmack. Dieser Geschmack, der so ganz anders ist, als man es beim letzten Indienurlaub erlebte. Diese über Stunden und manchmal Tage nicht nachlassen wollende Glutamatnote im Rachen. Man kann sich in indischen Restaurants sowohl den Magen als auch den Appetit verderben. Aber richtig gutes Curry essen, das kann man in Wien kaum. Könnte man meinen. Stimmt aber nicht.

Es ist wirklich nicht einfach, in Wien ein richtig gutes Curry zu kriegen. Unmöglich ist es aber nicht. Es ist nicht zwangsläufig notwendig, daß ein indisches Restaurant von Indern geleitet werden muss sondern – beispielsweise wie im neuDELI gezeigt – von einem gebürtigem Steirer geführt, mit der Unterstützung seiner Mannschaft aus Wien und Bangladesch. Die Mischung und das gewusst wie spielen hier eindeutig eine große Rolle.

Ausnahmen bestätigen die Regel und eine Ausnahme ist das Restaurant neuDELI in der Innenstadt nahe der alten Börse in jedem Fall. Im klassischen DELI Stil, werden hier neben dem Aufhänger Curry, Speisen angeboten, welche aus aller Herren Länder in dieses Konzept passen. Von Pasta, Lasagne, Risotto, bis Paella, Nasi Goreng oder der sehr beliebten Pho Suppe… Geboten wird was schmeckt und als schnelles Gericht in bestechender Qualität dargeboten werden kann. Es muß einfach authentisch sein, meistens mehr, niemals weniger. Ansonsten ist das Ambiente europäisch, ein bisschen stylisch und in seiner Funktion als Mittagstisch bestens eingerichtet– einfach so wie man es von einem Restaurant erwartet, das sich in dieser Gegend niedergelassen hat.

Andreas Resch, „in meiner Küche gibt es keine fertig Curry Pasten Mischungen“ . Alles, was er kauft, ist frisch und am besten regional und saisonal. Nicht nur das Gemüse, sondern auch die Kräuter.  „Das ist aber das allerwichtigste und du mußt den Willen haben, dich täglich darum zu bemühen“, sagt er, denn manchmal ist es auch das allerschwerste, in Wien, mitten in Europa, an die frischen Kräuter zu kommen, die für ein echtes Currygericht unverzichtbar sind. Rumtelefonieren bei den Großhändlern, viele Asiatische Märkte besuchen und sich immer wieder in Erinnerung bringen. „Der Grund, warum so viele indische Restaurants so schlecht kochen, sind die Gewürzmischungen aus dem Supermarkt.“

„Curry ist aber kein Pulver“, sagt Resch und kann seine Empörung kaum verstecken. Er läuft in die Küche, holt Wurzeln (Gelbwurz und Ingwer), Curry-Blätter (Bockshornklee), gelbgraue (Ingwer) und rote (Chilischote) Knollen zerbricht sie, riecht genussvoll daran und sagt: „Daraus macht man Curry.“

Resch hat viel probiert, als er 2009 sein Restaurant eröffnete. Er hat sich ein halbes Dutzend Köche angeschaut – manche davon echte Inder. Er ließ sie Probekochen. Ein einfaches Dahl, das typisch indisches Linsengericht. Griff der Koch zur Dosenlinse, wurde Resch schon misstrauisch. Er hat einigen trotzdem eine Chance gegeben, aber fast immer bevorzugten sie die bunten Gewürzmischungen, die Resch nicht ausstehen kann. „Das merken die Österreicher doch sowieso nicht“, lautete die Entschuldigung. Irgendwann begriff Resch, dass er seine Ansprüche von gutem Essen nur umsetzten kann, wenn er die Leute ins Boot holen kann, die seine Ansichten und Leidenschaft teilen können. Dass er dies letzendlich geschafft hat, daran besteht kein Zweifel.

Resch ist nicht dogmatisch indisch, pflegt vielmehr eine Art Fusion-Küche, in der die Einflüsse seiner steirischen Heimat ebenso integriert sind, wie der Geschmack seiner Teamkameraden, welche ebenso Wien als Wahlheimat erkoren haben. Was im NEU DELI auf den Tisch kommt, ist ein Fest für den Gaumen und wer es nicht selbst erlebt hat, kann nur schwer glauben, das er gerade nur in einem DELI war… im neuDELI

NEU DELI, Wien 1., Wipplingerstraße 20, Mo. bis Fr.: von 11 bis 16 Uhr

 

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